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Übersetzte man aedificium furoris
wort- wörtlich, so erhielte man "Haus der Verrücktheit". Wenngleich dieser Begriff das Gebäude bezeichnend charakterisiert, so ist er doch oberflächlich. Einerseits abgewandelt von Furor, die Wut, bzw. von Furore, Aufsehen erregen, gibt es auch
andererseits die wortstämmige Verwandt- schaft zum musikalischen Begriff Furioso, gleichbedeutend mit leidenschaftlich. Und so ist dieses Haus auch eine Komposition,
zusammengefügt aus fragmentarischen Gebilden, hier Kuben, Türme, Stege, Treppen. Also ein Etwas, ein Gebilde, eine Skulptur und vielleicht auch ein Gebäude, quasi Kunst mit Funktion. Eine Bibliothek. Der Benutzer gebraucht das Werkzeug "Haus" physisch und bewusst psychisch. Das ist nicht alltäglich. Eine erzwungene geistige Auseinandersetzung, die spürbare Wahrnehmung des Sehens, des Begreifens von formalen, von funktionalen
Gegeben- heiten, das "Arbeiten", das Arrangieren mit dem Gebäude ist
Voraussetzung für seine Benutzung. Nicht nur Bibliothek sein, nein, intellektueller Raum sein. Diesem Anspruch soll der Entwurf Genüge tun. ... er tut es !!! |